Die Welt zu Gast in der „Fairen Schultüte“

Noch sind Ferien, aber vielleicht steigen bei den zukünftigen Erstklässlern bereits die Vorfreude und die Aufregung auf den ersten Schultag, der viele spannende Veränderungen bringen wird.  Mit Ranzen und Schultüte starten die Kinder demnächst in einen neuen Lebensabschnitt. Damit haben sie Kindern in vielen anderen Ländern der Erde etwas Unschätzbares voraus: eine sehr gute Chance auf Bildung.

In weiten Teilen Afrikas, Asiens und auch Südamerikas wird Kindern das in der Agenda 2030 [1] verankerte Recht auf Bildung versagt: sie müssen arbeiten – teilweise ohne Bezahlung -, um den Lebensunterhalt ihrer Familien mit zu sichern.
Immer noch müssen täglich mehr als 150 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren (Angaben von UNICEF)  auf der Welt arbeiten. Sie helfen illegal auf den Feldern, schuften in Fabriken, Steinbrüchen, Bergwerken oder Kakaoplantagen, verdingen sich als Dienstmädchen oder Straßenverkäufer. Kinderarbeit sind laut Definition der UNICEF Arbeiten, für die Kinder zu jung sind oder die gefährlich oder ausbeuterisch sind, die die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten. Sie beraubt Kinder ihrer Kindheit und verstößt gegen die weltweit gültigen Kinderrechte.

Der Eine-Welt-Verein Kressbronn möchte mit der Aktion „Faire Schultüte“ das Bewusstsein für  Fairen Handel stärken und Offenheit und Toleranz für andere Völker und Kulturen bei Eltern und Kindern fördern.

Mit einer „Fairen Schultüte“ können Sie ein Zeichen setzen für eine gerechtere und friedlichere Welt. Der Faire Handel garantiert eine Produktion ohne illegale Kinderarbeit. Den Produzenten wird ein Mindestpreis für ihre Produkte garantiert, sodass sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihre Kinder zur Schule schicken können. Zudem unterstützt der Faire Handel die Finanzierung und den Bau von Schulen weltweit.

Ob Süßigkeiten, Mutmacher oder Glücksbringer – es gibt viele Möglichkeiten die Schultüte mit fairem Inhalt zu füllen: mit Gummibärchen aus Nicaragua, getrockneten Mangos von den sonnigen Philippinen, Schokolade aus Ghana, Stoffbälle aus Guatemala, Sorgenpüppchen aus Peru, Armbändchen aus Indien und vieles mehr. Mit fairen Geschenken zum Schulanfang in einer liebevoll gestalteten Schultüte ist bei den Kindern in Kressbronn die Welt zu Gast – und vielleicht die Chance auf Bildung für die Kinder in anderen Erdteilen ein wenig größer geworden.

1] bis 2030 sollen alle Menschen die Möglichkeit haben, eine gute, gebührenfreie, inklusive Primar- und Sekundarschulbildung abzuschließen.

 

 

Für Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein sensibilisieren

Schülerinnen und Schüler des SBBZ am  BZParkschule besuchen den Weltladen

Was bedeutet „Fair Trade“? Was gibt es noch für Qualitätssiegel?Welche Waren gibt es im Weltladen in Kressbronn? Wo ist er überhaupt? Diesen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 4-5 des SBBZ im Religionsunterricht nach und natürlich gehört ein Besuch im Kressbronner Weltladen dazu.

Informationen zum fairen Handel  und den entsprechenden Siegeln, die fair und ökologisch verträglich produzierte Waren auszeichnen, standen dieses Mal im Mittelpunkt des Interesses der  Schülerinnen und Schüler.  Dabei legt das Weltladenteam, das die Kooperation mit dem BZParkschule pflegt, großen Wert auf die Vermittlung der wichtigen Grundlagen des „Fair Trade“: Gerechter Lohn, keine Kinderarbeit, ökologisch verträglicher Anbau, zinsgünstige Kredite und Fortbildungen. Frau Michaela Fries und Frau Eisenblätter stellten in kompetenter Weise eindrückliche Produkte vor, ließen die Schülerinnen und Schüler das Angebot erkunden und sensibilisierten sie für Spielsachen, Rucksäcke und Sportbeutel, die aus recycelten Materialien hergestellt wurden. Den beiden Mitarbeiterinnen des Bildungsteams des Weltladens sei herzlich gedankt für den liebenswürdigen Empfang  und das Engagement für die gute Sache.

Ulrike Kern, BZP.

Wir sind Gold wert!

Ohne Smartphone & Co. geht heutzutage fast nichts mehr. Wir kaufen damit ein, wir spielen und fotografieren damit. Wir halten Kontakt zu unseren Freunden, stellen damit die Heizung an, bevor wir nach Hause kommen und überwachen unseren Puls beim Joggen.

Doch die Geräte haben eine dunkle Kehrseite. Für die Herstellung werden wertvolle Rohstoffe benötigt, die teilweise unter fragwürdigen Bedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der Umwelt abgebaut werden. Die Halbwertszeit der Produkte ist kurz: Immer schneller kommen Geräte mit neuen Funktionen auf den Markt.

Wenn ein neues Handy kommt, wird das alte recycelt? Nein, aufgehoben! Laut dem Branchenverband „bitkom“ hatten im Jahr 2015 84 % aller Deutschen mindestens ein ungenutztes Altgerät zu Hause liegen. Die, die nicht fachgerecht recycelt werden, gelangen manchmal auf dubiosen Wegen in Entwicklungsländer, wo die Rohstoffe unter zweifelhaften Methoden herausgelöst werden und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

Schätzungen zufolge liegen in Deutschland über 100 Millionen Mobiltelefone ungenutzt herum.  Allein der Kupferanteil in diesen Schubladen-Handys liegt bei fast 900 Tonnen – damit kann man ein Telefonkabel fast zweimal um die Erde legen. Dazu enthalten sie viele andere Rohstoffe wie Gold, Silber und Palladium –  ein Goldschatz in der Schublade!

Baden-Württemberg startete deshalb zusammen mit vielen Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft, sowie der Deutschen Telekom die landesweite Kampagne „Die Handy Aktion BW“. Sie will ins Bewusstsein rücken, welche Auswirkungen der weltweite Handyboom hat. Am Beispiel von Handys soll das Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen geschärft werden – und für alles, was damit zusammenhängt. Zum Beispiel die Arbeitsbedingungen der Menschen, die die notwendigen Rohstoffe abbauen oder unsere Handys zusammensetzen, oder die Folgen für die Umwelt. Damit einher gehen Sammelaktionen für alte Handys.

Was passiert mit den gesammelten Handys? Zuerst werden die Geräte von zertifizierten Fachunternehmen in Deutschland überprüft, ob sie zur Weiternutzung geeignet sind oder recycelt werden müssen. Wenn die Geräte zur Weiternutzung geeignet sind, werden alle Daten gelöscht und die Geräte aufbereitet. Aus den anderen Geräten werden die meisten Rohstoffe herausgelöst und wiederverwertet.

Im Weltladen Kressbronn steht eine Sammelbox vom Internationalen katholischen Hilfswerk Missio, in die Sie Ihr gebrauchtes Handy hineingeben können. Der Erlös der Handy-Sammelaktion fließt in nachhaltige Bildungs- und Gesundheitsprojekte im Kongo, in Uganda und Äthiopien.

Machen Sie mit, machen Sie Ihr nicht mehr benutztes Handy zu Gold – für einen guten Zweck!

Weitere ausführliche Informationen unter: www.handy-aktion.de und www.heldenshop-bw.de/shop/gzw-smartphone

Handy Spende Aktion

Haben sie schon die neue Handy Spende Aktion des Weltladens gesehen…?
Über 124 Millionen ausgediente Handys liegen ungenutzt in Deutschen Schubladen. Dabei können diese Geräte noch viel Gutes bewirken. 
Mitmachen, helfen und gewinnen!🍀
Unter allen Einsendern verlost missio je 10 Preise, darunter als Hauptpreis ein fair gehandeltes Handy.📱

KOMMUNALER EINKAUF: billigst oder nachhaltig und fair?

Seit der Reform des deutschen Vergaberechts in 2016 haben Kommunen die Chance – unabhängig vom Auftragswert – im Vergabeverfahren verbindliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit der zu beschaffenden Güter und Dienstleistungen zu stellen sowie soziale und umweltbezogenen Aspekte mit 14einzubeziehen. Es muss also nicht mehr gelten: das preisgünstigste Angebot gewinnt!

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland beschaffen jährlich Produkte und Dienstleistungen im Wert von rd. 400 Mrd. €, was ca. 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Etwa die Hälfte der Ausgaben entfällt auf die Kommunen. Damit haben diese eine große Einkaufsmacht, die sich nutzen ließe, um den Einkauf fairer und nachhaltiger zu gestalten.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, wandte sich bereits im Juni 2016 mit einem Schreiben an  a l l e  Kommunen. Darin heißt es: „Wer in der Entwicklung nicht stehenbleiben will, muss regelmäßig über Gewohnheiten und etablierte Abläufe nachdenken und sich fragen: Ist das noch zeitgemäß? Konkret nehme ich Bezug auf die Beschaffung von Gütern, die in der kommunalen Verwaltung benötigt werden. Viele dieser Waren oder deren Rohstoffe – von Textilien für Sicherheits- und Arbeitsbekleidung über Pflastersteine bis hin zu Kaffee und Tee – kommen originär aus den Ländern des Globalen Südens. Dort wird die Baumwolle gepflückt, der Steinbruch bearbeitet oder der Kaffee und Tee angebaut. Als verantwortungsvolle Verwaltung müssen wir uns die Frage stellen: Sind die Produktionsbedingungen vor Ort fair? Werden Sozial- und Umweltstandards eingehalten? Können wir die Güter guten Gewissens nutzen, oder nur auf Kosten der Menschen, die sie vor Ort produzieren?“

Dann nimmt er Bezug auf die konkrete Beschaffungspraxis der Kommunen und schreibt: „Lassen Sie uns gemeinsam etwaige Fairness-Lücken schließen, die es immer noch in großer Menge gibt. Dies ist einfacher als man denkt und gewinnt durch die Reform des deutschen Vergaberechts im April 2016 noch mehr an Bedeutung. Zertifikate über die Einhaltung der ILO (International Labour Organisation)-Kernarbeitsnormen lassen sich bei vielen Herstellern oder Lieferanten einfordern. Damit wird sichergestellt, dass die verwendeten Güter unter sozialen Mindeststandards – wie dem Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit oder Zwangsarbeit – hergestellt und weiterverarbeitet wurden. Deswegen startete die Servicestelle Kommunen in der einen Welt (SKEW) die Kampagne DEUTSCHLAND FAIRGLEICHT mit dem Appell: Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Kriterien der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit. Das Team der SKEW berät Sie hierzu gerne persönlich und unterstützt Sie bei der Realisierung der Fairen Beschaffung in Ihrer Kommune.“

Diesem Ansinnen ist aus Sicht des Fairen Handels und des EineWeltVereins Kressbronn nichts hinzuzufügen. Wichtige Informationen, inwieweit soziale und ökologische Kriterien in Vergaben eingebunden werden können, welche Gemeinderatsbeschlüsse, Dienstanweisungen und Richtlinien angepasst und beachtet werden müssen, bietet der kommunale „Nachhaltigkeitskompass“ (www.kompass-nachhaltigkeit.de)

Was wäre in Kressbronn also zu tun? Es sind Ratsbeschlüsse herbei zu führen, die die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Beschaffung festschreiben. Im Rahmen eines Beschlusses wäre auch festzulegen, wie und wer dies umsetzt. In diesem Zusammenhang könnten auch konkrete Ziele gesetzt – z.B. in einem „Nachhaltigkeitsleitbild Kressbronn“ und das Erreichen dieser Ziele überprüft werden. Angesichts der krisenhaften Entwicklungen in der Welt, wäre dies ein Zeichen der Verantwortlichen, dass sie gewillt sind, zu handeln.

Eine Welt Verein Kressbronn, Marion Dorner

  1. Mai 2019

Was ist am 11. Mai für ein Tag?

Es ist Weltladentag! Der Weltladentag ist der politische Aktionstag aller Weltläden und findet immer am zweiten Samstag im Mai statt. Zeitgleich feiern die Fair-Handels-Akteure weltweit den  Internationalen Tag des Fairen Handels. Seit 2015 steht die politische Kampagne unter dem Motto „Mensch. Macht. Handel. Fair“ gemeinsam mit dem EU-Projekt „Trade fair, live fair“, welches die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen SDGs (Sustainable Development Goals) in den Mittelpunkt stellt.

Getrieben vom Streben nach grenzenlosem Wachstum geht es in der Wirtschaft häufig unfair zu. Bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Auch deutsche Unternehmen sind immer wieder an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt oder profitieren davon. Verheerende Unfälle in Textilfabriken Asiens, die Vertreibung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Afrika, Kinderarbeit und Pestizidvergiftungen auf usbekischen Baumwollfeldern, der Coltanabbau in den Minen des Kongos für unsere Handys, der Kohleimport aus Kolumbien auf Kosten einheimischer Gemeinschaften sind dafür nur einige Beispiele.

Wie sähe eine Welt aus, in der Unternehmen nicht mehr dem Profit, sondern zu allererst den Menschen und dem Planeten verpflichtet sind? Entsprechend den 2011 vom UN-Menschenrechtsrat einstimmig angenommenen Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ist es die Pflicht der Staaten, alle Menschen vor Verletzung ihrer Menschenrechte, auch durch Unternehmen, zu schützen. Staaten sollen wirksame Maßnahmen treffen, um Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen zu verhindern und zu ahnden. Im Dezember 2016 verabschiedete die Bundesregierung einen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP). Dieser ist ein erster Schritt zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Er geht aber nicht weit genug, denn die Bundesregierung setzt darin weiterhin auf freiwillige Maßnahmen für Unternehmen, anstatt sie gesetzlich festzuschreiben. Dabei zeigen Erfahrungen, dass freiwillige Maßnahmen für Unternehmen zum Schutz der Menschenrechte nicht ausreichen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat deshalb ein „Wertschöpfungskettengesetz“ entworfen, welches die Unternehmen verpflichtet, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht entlang ihrer gesamten Lieferkette nachzukommen.

Die Fair-Handelsbewegung begrüßt diesen Gesetzentwurf und  möchte den Weltladentag nutzen, darauf aufmerksam zu machen, dass  freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen in Sachen Menschenrechten uns nicht weiterbringen.

Der Tag ist aber auch eine gute Gelegenheit, den Weltladen Kressbronn kennen zu lernen, ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und schöne, fair gehandelte Produkte zu entdecken. Genießen Sie dabei leckeres Essen und Trinken aus fair gehandelten Zutaten und weitere Überraschungen.

Wir freuen uns über Ihren Besuch.

Marion Dorner und das ganze Weltladenteam

Schrott sei Dank!

🚗🚗🚗 Schrott sei Dank! 🚗🚗🚗 AIRPAQ’s gibt’s jetzt auch bei uns im Weltladen!!!
Die Rucksäcke sind nicht nur schick sondern auch noch nachhaltig produziert, nämlich aus Autoschrott! Die in Europa fair hergestellten Airpaq’s bestehen aus verschrotteten Airbags sowie Sicherheitsgurten. Verschließbar ist das Ganze durch ehemalige Gurtschlösser.
Schaut euch die praktischen Alltagsbegleiter doch mal bei uns im Laden an!

Was es uns wert ist….“-

Leserbrief zur Diskussion über Ehrenamt, Wertschöpfung und die (ökonomische) Zukunft der Weltläden in „Welt und Handel“, Juli 2018

 Wir vom Weltladen Kressbronn begrüßen es, dass endlich eine Diskussion zum Themenkomplex Ehrenamt und Wirtschaftlichkeit der Weltläden zustande kommt. Wir beobachten schon seit Jahren, dass der Faire Handel zwar jährlich wächst, aber eben kaum im Gesamtbereich der den Weltläden. Insbesondere bei Lebensmitteln haben Supermarktketten und Diskounter den Imagewert eines TransFair-Siegels erkannt und nehmen immer mehr solchermaßen gesiegelte Waren in ihr Sortiment auf. Aufgrund ihrer Betriebsgrößen können sie es sich leisten, die Preise der Weltläden zu unterbieten und insbesondere die Discounter erwecken den Anschein, dass billig und fair gehandelt zusammenpassen. Es sind insbesondere zwei Akteure, die zu dieser Situation beigetragen haben: Eine Großhandelsorganisationen des Fairen Handels (GEPA), die bereitwilligst an diese Handelsorganisationen liefert (vermutlich zu günstigeren Preisen als es die Weltläden bekommen) und die Siegelorganisation TransFair, die die Anforderungen für dieses Siegels immer weiter herunter geschraubt hat. Noch seltsamer mutet es an, wenn gleiche Waren unterschiedlich gesiegelt werden: für Diskounter und Handelsketten mit dem Transfair-Siegel, für Weltladen z. B. mit dem Eigensiegel von GEPA Wir Ehrenamtliche haben schon länger das Gefühl, dass wir, die wir am Ende der Wertschöpfungskette stehen, ausgenutzt werden und andere den Mehrwert der Fair-Handel-Idee abschöpfen. Man kann das ungerecht nennen, aber es entspricht leider den herrschenden, marktwirtschaftlichen Prinzipien. Die Weltläden müssen sich dieser Ungleichbehandlung und Doppelzüngigkeit stellen und mit wirksamem Mitteln reagieren. So könnte der Weltladen-Dachverband eine aktivere Rolle einnehmen und die die gebündelte Einkaufsmacht der Weltläden gegenüber dem Fair-Trade-Großhandel ins Feld führen. Wir haben das Gefühl, dass aus welchen Gründen auch immer, immer noch nicht die wahren Probleme angesprochen werden.

Weltladen Kressbronn, Heidi Eisenblätter, Hubert M. Schuh

  1. 8. 2018, veröffentlicht in „Welt und Handel“

Wissen Sie wo die Schokolade wächst?

Nein? Dann fragen Sie doch die SchülerInnen der Nonnenbachschule. Denn mehr als hundert Kinder der 1. bis 4. Klasse durften im Rahmen der Projektwoche „Reise um die Welt“ mit dem Weltladenteam als Reiseleiter auf eine Schokoexpedition nach Ghana in Afrika fliegen.

Wo wächst der Kakaobaum und wie schauen seine Früchte aus? Wie werden sie geerntet und weiter verarbeitet? Wie vieler Hände Arbeit bedarf es und wie weit ist der Weg von der Kakaoplantage bis zum Verkauf der Schokolade?

Wie sehen das Fruchtfleisch der Kakaofrucht und die
darin verborgenen Kakaobohnen aus? Wie riecht und vor allem wie schmeckt das alles? Ansehen, riechen, schmecken durften die Kinder alle Produkte, die aus der Kakaofrucht entstehen, z.B. Kakaonibs, Kakaopulver, Kakaobutter, Kakaotee und natürlich das Endprodukt, die Schokolade. Erstaunt stellten sie fest, dass die Kakaobohne nun so gar nicht nach Schokolade schmeckt, sondern sehr bitter und die aus gemahlenen Kakaobohnen gewonnenen Kakaobutter eher „wie Labello“[2].  Mutig probierten die meisten die exotischen, unbekannten Dinge und natürlich schmeckte allen am besten – die Schokolade.

Doch der Höhepunkt der Schokoexpedition war für alle SchülerInnen sicherlich als „kleine Chocolatier“ selber Schokolade herzustellen. Aus geschmolzener Kakaobutter, dunklem Kakao und etwas Ahornsirup rührten die Kinder ihre eigene Schokolade an, die sie – nach dem Erkalten in kleine Stücke gebrochen – essen durften. „Das Schönste heute war, dass ich Schokolade selber machen durfte und ich hab vor Freude fast weinen müssen“ meine ein Mädchen auf die Frage der Lehrerin an die Schüler, was ihnen denn am besten gefallen hatte.

Doch auch von der bitteren Seite der Schokolade wurde den SchülerInnen erzählt. Viele Kinder in Ghana können nicht zur Schule gehen, weil die Eltern zu arm sind. Stattdessen verrichten hunderttausende dieser Kinder tagtäglich auf Kakaoplantagen schwere körperliche, gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit und bekommen dafür sehr wenig oder gar keinen Lohn. Während sich die Kinder hier von ihrem Taschengeld Schokolade kaufen können, haben die meisten der Kinder in Ghana noch nie Schokolade gesehen oder gar gegessen. Hier im Supermarkt gibt es billige Schokolade, die sich jeder leisten kann während die Kakaobauern in Afrika so wenig Geld bekommen, dass das Einkommen nicht zum Leben reicht. Das fanden alle SchülerInnen doch sehr ungerecht. Alle waren der Meinung, die Kakaobauern sollten faire Preise für ihre Ernte bekommen, so wie bei „fair trade“ Schokolade. Nur so könnten die Kinder in der Schule viel lernen und hätten später ein besseres Leben.

Die Neugierde und der Eifer mit denen die Kinder dabei waren sind für uns die Bestätigung, dass das ehrenamtliche Engagement des Eine Welt Vereins Kressbronn im „Globalen Lernen“, wichtig ist.  Es ist der richtige Weg,  den Heranwachsenden die globalisierte Welt als „Eine Welt“ verständlich zu machen, Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklungen zu vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein der Heranwachsenden zu stärken.

Marion Dorner und Michaela Fries

[2] Kakaobutter ist häufiger Bestandteil von Kosmetika

Lichterkette

KENNT IHR SIE SCHON? Unsere „cotton ball lights“ Lichterkette? Genau die richtige Beleuchtung für euer Gartenfest in einer lauen Sommernacht aber auch im Wohnzimmer machen sie sich schick. Die von Fair Trade Chiang Mai hergestellten „cotton ball lights“ werden in Chiang Mai, Nord Thailand, produziert und sind die weltweit einzigen Cotton Balls, die von der World Fair Trade Organisation zertifiziert sind. Kommt vorbei und sucht euch die passende aus den zahlreichen Farben aus!

Lass Dich fairzaubern…