Archiv der Kategorie: Aktion

Die Krise trifft uns alle, aber nicht alle gleich

Das Corona-Virus macht einmal mehr deutlich, dass die Bewältigung der weltweiten Krisen weder kurz- noch langfristig auf nationalstaatlichen Ebenen gelingen kann. Grenzschließungen mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kollateralschäden, Konkurrenzen bei der globalen Beschaffung z.B. nötiger Schutzkleidung, die höchst unterschiedlichen Kapazitäten bei der Gesundheitsversorgung, die Erforschung des Virus und der Wettlauf um Impfstoffe und Medikamente, die dramatischen Folgen der

Lockdowns – all das macht überdeutlich, dass globale Solidarität und Zusammenarbeit das Gebot der Stunde und für die Zukunft überlebensnotwendig sind.

Was an vielen Orten und in berührender Weise an solidarischem Engagement entstanden ist, zeigt uns den Weg, den wir auch auf globaler Ebene gehen müssen: Verantwortung übernehmen und die in den Blick nehmen, die am meisten unter sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben, die sie in unglaublichem Ausmaß benachteiligen, ausgrenzen, bedrohen und ihrer Würde berauben. Die Krise trifft uns alle, aber nicht alle gleich.

Die Pandemie wirft ein grelles Licht auf bestehende Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in unserer eigenen Gesellschaft, aber noch viel mehr global betrachtet. Wer arm ist, auf zu engem Raum wohnt, von prekären Arbeitsverhältnissen lebt, keinen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem hat usw., den trifft die Krise mit ungebremster Wucht. Wo der Klimawandel die Lebensgrundlagen zerstört, Raubbau an der Natur unseren ressourcenintensiven Lebensstil nährt, Regierungen ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, Menschenrechte nicht beachtet werden, dort ist man dem Virus noch viel mehr ausgeliefert. So sehen sich beispielsweise tausende Textilarbeiter*innen im globalen Süden angesichts ausbleibender oder stornierter Bestellungen mit fristlosen Kündigungen oder unbezahltem Zwangsurlaub konfrontiert, ohne staatliche Unterstützung.

Während wir hier über Einschränkungen unserer Grundrechte – sinnvollerweise! – diskutieren, nutzen nicht wenige Machthaber die Pandemie, um Menschen, die sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, für mehr Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte einsetzen, einzuschüchtern, zu verhaften und mundtot zu machen.

Wir beobachten in dieser Krise jedoch auch eine wachsende globale Solidarität, ein bewusstes Hinschauen, wo Menschen besonders betroffen sind. Auch zahlreiche Initiativen in den Arbeitsbereichen des Fairen Handels suchen über alle Grenzen hinweg Mittel und Wege, ihren Partnern im globalen Süden in dieser Krise solidarische Unterstützung zukommen zu lassen. Durch langjährige Zusammenarbeit und persönliche Beziehungen erfahren sie schnell, was gebraucht wird, was zu tun ist, und mobilisieren Unterstützung.

Im aktuellen Krisenmanagement liegt der Fokus auf unserer Situation in Deutschland, Europa und in den Industrieländern. Erst langsam weitet sich der Blick, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Teil der Welt, in dem Menschen prekärer und verwundbarer leben. Die erhöhte Sensibilität für ethische Fragen, Aspekte der Menschenwürde und -rechte, für Ursachen und Auswirkungen von  Ungerechtigkeiten hier bei uns und weltweit müssen wir nutzen, um gemeinsam durch diese Krise globale Solidarität zur neuen Normalität werden lassen.

Um die Produzenten im globalen Süden in der aktuellen Krise noch besser unterstützen zu können und für die Zukunft besser gewappnet zu sein, wendet sich der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB) in einem offenen Brief an Entscheidungsträger*innen in der Politik in Baden-Württemberg mit dem Anliegen, globale Verantwortung noch mehr in den Blick zu nehmen und sie als unverzichtbares Element in unserer Gesellschaft zu verankern.

Den vollständigen Text dieses Briefes der DEAB finden Sie unter dem link

https://www.deab.de/aktuell/detail/offener-brief-an-die-landesregierung-globale-solidaritaet-wege-zu-einer-neuen-normalitaet/

 

Gemeinsam für ein Lieferkettengesetz

Am 9. Mai ist der Internationale Tag des Fairen Handels bzw. der Weltladentag. An diesem Tag macht die Fair-Handels-Bewegung auf ihre Vision einer gerechteren Welt sowie eines Handels zum Wohle von Menschen und Umwelt aufmerksam. Der Weltladentag 2020 steht im Zeichen unserer langjährigen Forderung nach einem Lieferkettengesetz, das Menschen- und Arbeitsrechte überall auf der Welt verbindlich schützt.
Bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Auch deutsche Unternehmen sind immer wieder – direkt oder indirekt – an Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen im Ausland beteiligt oder profitieren davon, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Wie aber sähe eine Welt aus, in der Unternehmen nicht mehr dem Profit Einzelner, sondern Mensch und Umwelt verpflichtet sind? Der Faire Handel zeigt seit 50 Jahren, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist, dass es möglich ist, Menschenrechte und Umwelt entlang globaler Lieferketten zu achten.
Doch der Faire Handel darf nicht länger die Ausnahme bleiben. Es ist an der Zeit, einheitliche Regeln für alle Unternehmen festzuschrieben. Die Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards im globalen Süden darf den Unternehmen im globalen Norden keinen Wettbewerbsvorteil mehr bieten! Da viele Unternehmen dieser zutiefst humanen Verantwortung freiwillig nicht ausreichend nachkommen, braucht es ein Lieferkettengesetz. Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden bei der heutzutage weltweit verstreuten Produktion verursachen oder billigend in Kauf nehmen, müssen endlich dafür haften. Diese Verbindlichkeit zu schaffen, ist Aufgabe unserer Politiker. Eigentlich wollten Bundesentwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Heil Mitte Februar ihre Eckpunkte für solch ein Gesetz vorstellen. Doch dann pfiff sie das Kanzleramt zurück. Grund ist vermutlich auch die Corona-Krise, die zurzeit das gesamte politische Geschehen dominiert.
Doch gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, Menschenrechte entlang der Lieferketten in den Fokus zu nehmen! Denn die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Menschen in den armen Ländern des globalen Südens sind schon jetzt dramatisch. Produzent*innen und Arbeiter*innen sind aufgrund fehlender finanzieller Absicherung und medizinischer Versorgung besonders gefährdet. Viele Beispiele aus dem globalen Süden zeigen, dass wir dringend ein Lieferkettengesetz brauchen, denn, ein solches Gesetz würde dazu beitragen, die negativen Auswirkungen zu verhindern oder abzumildern. Die „Initiative Lieferkettengesetz“, die von der EU und dem BMZ gefördert wird, fordert, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz in Deutschland erarbeitet wird. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen und die Initiative unterstützen möchten, finden Sie Informationen unter

https://lieferkettengesetz.de/

Abgesehen von Thema Lieferkettengesetz: Die Corona-Krise bietet die Chance, einen ganz neuen Blick auf viele Fragen zu Solidarität und Gerechtigkeit zu werfen. Vielleicht haben wir nach der Krise eine andere Sicht auf die Welt und unsere Rolle darin? Vielleicht steigt unsere Wertschätzung gegenüber Menschen, Dingen und Dienstleistungen, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass sie eben nicht selbstverständlicher Teil unseres Alltags sind? Nutzen wir die Möglichkeit, eine globale Perspektive einzunehmen und auch die Menschen in den Fokus zu rücken, die Produkte unseres täglichen Bedarfs wie Kaffee, Tee, Baumwolle und Kleidung herstellen. Auch sie und ihre Arbeit haben mehr Wertschätzung verdient.

 

Fairer Mund-Nasen-Schutz

Ab Donnerstag, den 30.04.2020 sind bei uns

***Alltagsmasken in verschiedenen Designs***

hergestellt bei Global Mamas in Ghana erhältlich. 

Kurze Information hierzu:

  • Die Masken aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle haben einen eingenähten Filter und können problemlos bei 60 Grad gewaschen werden.
  • Global Mama ist ein FairTrade Unternehmen in Ghana, in dem hauptsächlich Frauen beschäftigt sind. Normalerweise nähen die Frauen Fair Fashion für Jung & Alt. Nun haben sich die Frauen entschlossen, MNS-Masken (Mund-Nasen-Schutz) herzustellen. Zunächst wurden die eigenen Mitarbeiterinnen versorgt, dann Krankenschwestern, medizinisches Personal und Vorerkrankte.

 

Wiedereröffnung!

Ab 22.04.2020 sind wir zu den gewohnten Öffnungszeiten wieder für Euch da und freuen uns darauf, Euch unsere neue Sommerkollektion präsentieren zu dürfen:

Vom 22.04. bis 09.05.2020 erhaltet Ihr 10% Corona-Rabatt auf die aktuelle Sommermode.

Kommt vorbei – Reinschauen lohnt sich – Wir freuen uns auf Euch!

Euer Kressbronner Weltladenteam

Ein Goldschatz in der Schublade 

Wussten Sie, dass…..

  • weltweit jede Sekunde 36 Handys produziert, aber nur 4 Babys geboren werden?
  • es weltweit mehr Handys als Zahnbürsten gibt?
  • der deutsche Verbraucher durchschnittlich alle 18-24 Monate sein Handy wechselt?
  • in einem Handy bis zu 30 verschiedene Metalle stecken, um die es teilweise kriegerische Auseinandersetzungen gibt, unter denen Millionen von Menschen leiden?
  • die Rohstoffe, die in einem Handy stecken aus der ganzen Welt kommen?
  • zum Beispiel das iPhone 6s, das, wenn es mit Wasser gefüllt würde nur knapp 66 Milliliter Flüssigkeit  – das ist weniger als zwei Schnapsgläser voll – fasst, aber trotz dieses kleinen Volumens in ihm 28 verschiedene Metalle aus 19 verschiedenen Ländern verbaut sind:  z.B. Coltan und Tantal aus dem Kongo, Kupfer aus Peru und Chile, Magnesium aus Indien und Brasilien, Wolfram aus Uganda und Ruanda, Lithium aus Argentinien und Australien, Gold aus China, Silber aus Sambia….?
  • in 41 Handys soviel Gold enthalten ist wie in einer Tonne Golderz?
  • nur 47% der Handynutzer schon einmal ein Handy zum Recycling gegeben haben?
  • 100 Millionen ausgemusterte Handys in den Schubladen deutscher Haushalte liegen?
  • ca. 2,4 t Gold in diesen ungenutzten Handys stecken?
  • allein die sechs im Bild gezeigten Rohstoffe einen Wert von 257 Mio. € haben?
  • mit dem Kupferanteil in diesen Schubladen-Handys ein Telefonkabel fast zweimal um die Erde gelegt werden könnte?

Haben auch Sie solche „Gold-Handys“  ungenutzt in Kisten oder Schubläden herumliegen?

Dann denken Sie doch einmal darüber nach, dass es auch in Ihrer Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und unserer Umwelt liegt und die Rückgabe nicht mehr genutzter Geräte eine Notwendigkeit ist.

Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft, die Deutschen Telekom Technik GmbH und auch das Land  Baden Württemberg mit seiner „Nachhaltigkeitsstrategie“ rufen mit landesweiten Kampagnen zu Sammelaktionen von gebrauchten Handys auf. Dabei soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, welche Auswirkungen der weltweite Handyboom hat und das Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen geschärft werden – und für alles, was damit zusammenhängt: Zum Beispiel die Arbeitsbedingungen der Menschen, die die notwendigen Rohstoffe abbauen oder unsere Handys zusammensetzen, oder die Folgen für die Umwelt.

Leeren Sie also ihre Schubladen und bringen Sie ihre Gold-Handys zu den Sammelstellen im Weltladen Kressbronn oder in die katholische Kirche Kressbronn.

Alles „Fair play“?

Die Klasse 7b der Realschule Kressbronn veranstaltet ein „faires Fußballturnier“ und verkauft „faire Produkte“ des Weltladens.

Wir – die 7b der Realschule Kressbronn – verkaufen dieses Schuljahr jeden Mittwoch in der 2. Pause fair gehandelte Produkte, wie z.B.  Schokoriegel, getrocknete Mangos, Gummibärchen und vieles mehr vom Weltladen Kressbronn. Uns ist es wichtig, Produkte zu verkaufen, die fair produziert und gehandelt werden. Dadurch wird garantiert, dass es gerechter zugeht, Kinderrechte beachtet werden, Kinder in ärmeren Regionen dieser Erde wie wir zur Schule gehen können und gute Lernbedingungen haben. Außerdem wird darauf geachtet, dass es faire Löhne für die Arbeiter gibt und diese unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten können.

Im Rahmen der Thematik „Fairer Handel“ veranstalteten wir am 11. Dezember ein „faires Fußballturnier“ für die Klassen 5 und 6 des Bildungszentrums Parkschule. Es war ein faires Turnier in allen Bereichen. Sowohl die Fußbälle als auch die Produkte, die wir am Kiosk verkauften, waren fair gehandelt. In den Thementagen im November teilten wir uns in Gruppen auf. Es gab Gruppen für die Organisation des Turniers und für die Bewirtung. Bei der Organisation musste geklärt werden, wer die Schiedsrichter sein sollten, mit welchen Regeln gespielt wird, wie der Turnierplan aussieht und wer den fünften und sechsten Klassen Bescheid gibt. In der Verkaufsgruppe haben wir geklärt was für Produkte verkauft werden und zu welchen Preisen.

Gewinner gab es an diesem Tag einige. Zunächst einmal das Siegerteam der Klasse 5b der Realschule, die das Turnier souverän gewinnen konnte. Aber natürlich auch alle Teams, die auf und neben dem Platz ihr Bestes gaben, großen Spaß hatten und fair miteinander umgingen. Darüber hinaus sind die Arbeiter mit ihren Familien, welche die Fußbälle und die verkauften Produkte herstellen, ebenfalls Gewinner, da auch diese fair belohnt werden.

Klasse 7b des BZP Kressbronn

Adventsaktionen – Eindrücke

**Vielen Dank an alle Besucher unseres Nikolaus-Glühwein-Abends!**

Wir hoffen, Ihr habt den Bummel durch unseren Laden und das gesellige Beisammensein bei fairem Glühwein, Apfelpunsch und die Weihnachtsleckereien genauso genossen wie wir. Wir hatten Spaß und werden dieses Fest sicherlich nächstes Jahr wiederholen.

**Vielen Dank auch an alle, die uns auf dem Kressbronner Weihnachtsmarkt besucht und bei unserer Tombola mitgemacht haben!**

**Vielen Dank an unser  gesamtes Weltladen-Team!**

Für eine gute Sache engagieren schweißt zusammen und bringt persönliche Freude.

Des einen Freud ist des anderen Leid

Spielzeug ist ein besonderes Produkt. Wir erinnern uns ein Leben lang an unsere Lieblingspuppe oder an unser Lieblingsstofftier. Mit Spielzeug verbringen wir viel Zeit, vertiefen uns ins Spiel, lernen und erschließen uns die Welt.

Spielzeug ist heute jedoch auch ein Produkt wie jedes andere. Es wird aus den unterschiedlichsten Rohstoffen in Fabriken auf der ganzen Welt hergestellt. Es wird global gehandelt und in Tausenden von Läden verkauft. Das bunte Angebot weckt Bedürfnisse und verleitet zum schnellen Kauf. In den meisten Kinderzimmern gibt es viel zu viel davon. Manches landet schnell wieder auf dem Müll. Und weil wir so viel davon kaufen wollen, soll es billig sein. Doch den wahren Preis zahlen andere.

Nur noch 20 Prozent des Spielzeuges wird in Deutschland produziert, der Rest wird importiert. 80 Prozent der europäischen Spielzeugimporte kommen aus Fernost. In Deutschland stammte zuletzt knapp die Hälfte der Spielzeugeinfuhren aus China. Deshalb stehen vor allem die Spielzeugunternehmen in der Kritik, die in China produzieren lassen. In vielen der dortigen Fabriken – und nicht nur in der Spielzeugbranche – verstoßen die herrschenden Arbeitsbedingungen gegen nationales Recht und internationale Mindeststandards.
Die Christliche Initiative Romero berichtet in einer neuen Studie über verdeckte Ermittlungen der Arbeitsrechtsorganisation „China Labor Watch“ in chinesischen Spielzeugfabriken. Als Fließband-arbeiter*innen getarnt stellten die Ermittler*innen gravierende Arbeitsrechtsverletzungen fest. Für internationale Konzerne wie Disney, Hasbro, Mattel und Lego schieben die Arbeiter*innen dort in der Hochsaison bis zu 126 Überstunden monatlich – nicht immer freiwillig. Arbeitszeiten bis zu 14 Stunden pro Tag, Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, unzureichenden Arbeitsschutz sind oft die Regel. Teilweise werden 10 – 15 Arbeiter*innen zum Schlafen in ein Zimmer gepfercht.
Der „Toys Report 2019“ (www.ci-romero.de/toys-report-2019) nennt die Ursachen für die schlechten Arbeitsbedingungen und fordert die westlichen Unternehmen auf, endlich Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in ihren Produktionsstätten zu übernehmen und wirksam gegen diese Ausbeutung vorzugehen.

Und was können WIR tun?

  • Weniger ist mehr. Auch Spielzeugberge werden irgendwann zu Müllbergen.
  • Material sorgfältig auswählen. Kaufen Sie kein Spielzeug aus weichem Kunststoff, insbesondere nicht aus PVC.
  • Vertrauen Sie Ihrer Nase, machen sie den Riechtest. Was künstlich riecht, gibt auch schädliche chemische Stoffe an die Luft ab.
  • Meiden Sie Billigprodukte. Niedrige Preise gehen oft einher mit minderwertigen Rohstoffen, miserablen Arbeitsbedingungen und fehlenden Qualitätskontrollen.
  • Spielzeug tauschen: gebrauchtes Spielzeug ist nicht nur preisgünstiger, sondern auch umweltfreundlicher.
  • Achten Sie auf fair produziertes und gehandeltes Spielzeug mit den entsprechenden Labels.

 Gedanken zum Nikolaustag

Was hat  Bischof Nikolaus von Myra (geb. um 286 n.Chr.) mit dem Fairem Handel gemein? Er, den wir gemeinhin „Nikolaus“ nennen, würde sich auch heute noch für Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen und sozial Benachteiligten – in Süd und Nord – einsetzen. Das sind genau die Werte, die auch für den Fairen Handel zentral sind.

Zum Beispiel Schokolade: Im Fairen Handel werden den Kakaogenossenschaften in den Anbauländern höhere Preise gezahlt, damit die Kakaobauernfamilien ihre Kinder zur Schule schicken können. Denn immer noch müssen im konventionellen Kakaoanbau viele Kinder – beispielsweise in Westafrika –  in Kakaofeldern schuften, weil ihre Eltern nicht genug verdienen. Bei fair gehandeltem Kakao ist jedoch bekannt, woher die Kakaobohnen kommen und wie sie weiter verarbeitet werden. Im Fairen Handel ist eine transparente Lieferkette auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Vor dem aktuellen Hintergrund, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird – die acht reichsten Personen der Welt besitzen mehr als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – soll der Bischof von Myra uns für  seine Werte von sozialer Gerechtigkeit und Solidarität öffnen.

Krasse soziale Gegensätze gab es auch zu Zeiten des Heiligen Bischof von Myra. Nikolaus selbst entstammte einer privilegierten Familie in Kleinasien. Das machte ihn jedoch nicht blind für die Not um ihn herum. Im Gegenteil: er schützte die Armen vor Ausbeutung.
Der Legende nach kam Nikolaus eines Nachts am Haus einer Familie vorbei, die so mittellos war, dass die drei Töchter als Prostituierte ihr Geld verdienen mussten. Damit die jungen Frauen dieses Tun beenden und heiraten konnten, warf Nikolaus drei Beutel mit Gold durch das Fenster des Hauses.

Soziale Missstände sind also der Hintergrund für unseren heutigen Brauch, Kinder zum Nikolaustag mit Süßem zu beschenken.

Faire Schokolade und das Vorbild des Nikolaus sind zwei Dinge, die uns durch die Adventszeit begleiten sollen.