Archiv der Kategorie: Aktion

Faire Woche 2021: Menschenwürdige Arbeit

Menschenwürdige Arbeit bleibt für viele Menschen unerreichbar

 Bereits zum 20. Mal findet dieses Jahr vom 10. bis 24. September die Faire Woche statt. Begonnen hat sie 2001 als erster Versuch der großen Fair-Handels-Organisationen, mit einer gemeinsam veranstalteten Aktionswoche eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

In diesem Jahr richtet die Faire Woche mit dem Thema „Zukunft fair gestalten #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“ den Fokus auf die Situation der Arbeitsbedingungen: viele Millionen Menschen müssen unter unwürdigen Bedingungen, die als moderne Sklaverei bezeichnet werden kann, arbeiten. Auch in Europa, selbst in Deutschland sind Menschen von solchen Arbeitsverhältnissen betroffen.

Damit trifft die Faire Woche einen Nerv, denn: Immer mehr Menschen erkennen, dass es auf den Schutz und die Perspektive der Schwächsten in unseren Lieferketten ankommt. Menschenwürdige Arbeit ist ein Menschenrecht! Und sie ist zentrales Anliegen der Vereinten Nationen und ihrer 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung aller Menschen auf allen Kontinenten.

Am Anfang unserer Lieferketten sind die Ärmsten schutzlos. Die Pandemie hat diese Realität verschärft: Während eine Näherin in Bangladesch sechzehn Stunden täglich in der stickigen Fabrik auch für uns Kleidung herstellt und sich dabei einem hohen Infektionsrisiko aussetzt, verhängen einige Import-Länder Exportstopps für Impfstoffe. Während ein Kind in der Elfenbeinküste für wenige Cents pro Tag auf den Kakaoplantagen schuftet, investieren wir Milliarden in unsere Industrien und Arbeitsmärkte. Das ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Wir müssen umdenken und #fairhandeln. Denn wir können nur gemeinsam wachsen.

Jeden Tag beeinflussen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher durch unsere Kaufentscheidungen das Leben von Menschen in anderen Teilen der Welt. Wer im Supermarkt zur Billig-Schokolade greift, nimmt in Kauf, dass rund zwei Millionen Kinder weltweit auf Kakaoplantagen ausgebeutet werden – mit steigender Tendenz. Wer glaubt, jedes Jahr ein neues Smartphone zu brauchen, muss wissen, dass Vierjährige in den Kobalt-, Gold- und Coltan-Minen des Kongo diese Rohstoffe aus Gesteinen kratzen.

Die Prinzipien des Fairen Handels zeigen, wie es anders geht um die Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern. Viele Handelspartner unterstützen bereits seit mehr als 50 Jahren menschenwürdige Arbeitsbedingungen, indem sie Genossenschaften stärken, über Menschenrechte aufklären und über Gütesiegel Transparenz herstellen. Der Faire Handel ist also ein wichtiger Baustein  für eine gerechte Globalisierung. Die Faire Woche will sensibilisieren und die Augen öffnen für Ursache und Wirkung von Ausbeutung – und für wirksame Gegenmittel.

Denn unser persönliches Handeln wirkt global. Wir tragen Verantwortung. Und wir haben es in der Hand, die Weichen auf mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Globalisierung zu stellen. Tun wir es nicht, holen uns die negativen Folgen früher oder später ein: Werden für Kaffee der Regenwald in Guatemala und für Soja die Wälder in Brasilien abgeholzt, verkümmert die grüne Lunge der Erde, die CO2 aus der Atmosphäre filtert und Millionen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bietet. Wo der Mensch permanent Artengrenzen überschreitet und Lebensräume bedroht, breiten sich auch gefährliche Erreger wieder und weiter aus. Es gibt kein gesundes Leben auf einem kranken Planeten. Auch darum brauchen wir ein Wirtschaftssystem, das soziale und ökologische Mindeststandards weltweit berücksichtigt und fördert. Es liegt an uns, dies einzufordern, dafür zu kämpfen.

Wir, die Unternehmen, die Zivilgesellschaften und die Politik, können und müssen noch besser und lauter werden – für Menschenrechte, für ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Wirtschaften.
COVID ist der Weckruf: Wir müssen jetzt handeln! Darum hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Beginn der Pandemie ein Corona-Soforthilfepaket für ärmere Länder auf den Weg gebracht – mit dem Schwerpunkt, Arbeitsplätze in den Schlüsselbranchen zu erhalten und Gesundheitsschutz gegen das Virus aufzubauen. Das ist unser Verständnis von Solidarität der Industrieländer mit den Entwicklungsländern.

In der Fairen Woche will der Weltladen Kressbronn mit verschiedenen Aktionen zum Reflektieren der eigenen Konsummuster anregen. Zum Beispiel können Sie sich am 16. September auf dem Kressbronner Wochenmarkt informieren und im Weltladen können Sie unsere Aktionswand „Das macht menschenwürdige Arbeit für mich aus“ durch Ihren Beitrag mitgestalten. Kommen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie!

Quelle: Grußwort Dr. G. Müller, Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Forum Fairer Handel zur Fairen Woche 2021

Faire Schultüte

Eine „faire Schultüte“ ist eine Möglichkeit, ein Zeichen für eine  gerechtere und damit auch friedlichere Welt zu setzen. Durch den fairen Handel der Lebensmittel und Waren soll sichergestellt werden, dass die Produktion ohne illegale Kinderarbeit erfolgt und den Kindern ein Schulbesuch ermöglicht wird.

Unterstützen Sie diese Ideen, so dass nicht nur Ihre Kinder Bildung erhalten!

Leckere Naschereien und nützliche Dinge zum Schulanfang !

Mit fairen Geschenken kann man einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Chance auf Bildung von Kindern in anderen Erdteilen ein wenig größer wird.

Mit dieser Aktion soll das Bewusstsein für den fairen Handel schon früh bei Kindern geweckt und die Offenheit und Toleranz für andere Völker und Kulturen gefördert werden!

Kommen Sie vorbei und lassen sich inspirieren!

SIE ist da! – Die faire Kressbronner Schokolade

Wir  sind stolz darauf, Euch die erste

 100% Fair Trade Kressbronner Schokolade

mit dem Gewinnerbild aus unserem Malwettbewerb

präsentieren zu können:

 

Danke noch einmal an die zahlreichen Künstler*innen,

die  an unserem Mal-Wettbewerb teilgenommen haben

und auch an alle anderen,

die die weitere Produktgestaltung gemacht haben!

Kinder Malwettbewerb zum Thema „ Design gesucht für eine Kressbronner fairtrade Schokoladenverpackung“

„Design gesucht für eine eigene Kressbronner fairtrade Schokolade“. Zu dieser spannenden Aufgabe lud der Eine-Welt-Verein Kressbronn vor kurzem die Kids in und rund um Kressbronn zur Teilnahme an einem Malwettbewerb ein. Ein Motiv, was für Kressbronn und den fairen Handel spricht, sollte es werden. Herausgekommen sind fröhliche und sehr kreative Ideen von Jungs und Mädels im Alter von 6 -10 Jahren, welche aktuell im Laden im Untermühleweg zu bestaunen sind.

Der Jury ist bei den tollen Bildern die Entscheidung nicht leicht gefallen. Leyla, 10 Jahre, hat das Team allerdings mit einem sehr farbenfrohen und inhaltlich ansprechenden Motiv begeistert: Eine Eine-Welt-Illustration mit Kindern der Welt und der Kressbronner Weltladen samt Bodensee als Mittelpunkt. Sie erhielt als Siegerin des Malwettbewerbs einen Sonderpreis. Beeindruckend war auch ein Entwurf für eine Kaffeepackung von Olivia, welcher den Bodensee als fairtrade Kaffeebohne präsentierte. Selbstverständlich durften sich alle Kids über ein kleines Dankeschön-Geschenk aus dem Weltladen freuen und kamen gerne persönlich vorbei. Das Cover für die Schokolade wird nun in Kürze erstellt und die Schokolade bald im Laden verfügbar sein.

Den Kids und auch den Eltern hat die Aktion sehr gut gefallen und alle freuen sich schon auf den Herbst / Winter, wenn ein neuer Wettbewerb gestartet wird – natürlich für eine Weihnachtedition der Kressbronner fairtrade Schokolade. Und auch das Weltladen-Team bedankt sich für Engagement der Kinder. Sie zeigen damit, dass auch in jungen Jahren das Interesse am fairen Handel groß ist sowie bunt und vielseitig sein darf.

 

Faire Woche 2020 – Fair handeln für ein gutes Leben!

Wir alle träumen von einem guten Leben. Aber was macht ein gutes Leben überhaupt aus und wie garantieren wir, dass jeder Mensch die Chance auf ein solches bekommt? Antworten gibt die Faire Woche, die größte Aktionswoche des Fairen Handels. Vom 11. bis zum 25. September finden bundesweit Aktionen rund um das Motto „Fair statt mehr. #FairHandeln für ein gutes Leben“ statt.

Was brauchen wir für ein gutes Leben? Was trägt der Faire Handel zum Wandel zu einer nachhaltigen Lebensweise bei? Bei der Fairen Woche 2020 dreht sich unter dem Motto „Fair statt mehr“ alles um das 12. UN-Nachhaltigkeitsziel: Nachhaltiger Konsum und Produktion.

Mit dem Jahresthema möchten wir die Frage aufwerfen, was wir für ein „Gutes Leben“ eigentlich wirklich brauchen – und wie wir dazu beitragen können, dass möglichst alle Menschen ein gutes Leben führen können. Wir möchten dazu einladen, diese Fragen zu stellen und während der Fairen Woche 2020 Antworten zu finden. Denn schon heute gibt es eine Vielzahl an Menschen und Initiativen, die sich aufgemacht haben, andere Formen des Wirtschaftens zu gestalten und zu leben. Mit der Fairen Woche möchten wir diese neuen Ansätze bekannter machen, Vernetzungen anregen und Lust machen, neue Wege auszuprobieren.

Schauen Sie bei uns im Kressbronner Weltladen vorbei und bei unseren Kressbronner Kooperationspartner. Die Buchhandlung LESBAR sowie der Bioladen Naturkosten Massag unterstützen diese Aktionen ebenfalls mit tollen Büchern und passenden Produkten. Auf dem Kressbronner Wochenmarkt sind wir am Donnerstag, den 17.09. mit einem Infostand und unseren Kaffeespezialitäten u.v.m. vor Ort und freuen uns von Ihnen zu erfahren: Was ist für Sie ein gutes Leben`?

Mehr Anregungen und einen tollen Beitrag zu diesem Thema liefert auch der folgende Artikel von Marion Dorner, Eine Welt Verein Kressbronn e.V. ,

https://weltladen-kressbronn.de/index.php/2020/09/08/ein-gutes-leben-das-jahresthema-der-fairen-woche-2020/

Die Krise trifft uns alle, aber nicht alle gleich

Das Corona-Virus macht einmal mehr deutlich, dass die Bewältigung der weltweiten Krisen weder kurz- noch langfristig auf nationalstaatlichen Ebenen gelingen kann. Grenzschließungen mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kollateralschäden, Konkurrenzen bei der globalen Beschaffung z.B. nötiger Schutzkleidung, die höchst unterschiedlichen Kapazitäten bei der Gesundheitsversorgung, die Erforschung des Virus und der Wettlauf um Impfstoffe und Medikamente, die dramatischen Folgen der

Lockdowns – all das macht überdeutlich, dass globale Solidarität und Zusammenarbeit das Gebot der Stunde und für die Zukunft überlebensnotwendig sind.

Was an vielen Orten und in berührender Weise an solidarischem Engagement entstanden ist, zeigt uns den Weg, den wir auch auf globaler Ebene gehen müssen: Verantwortung übernehmen und die in den Blick nehmen, die am meisten unter sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben, die sie in unglaublichem Ausmaß benachteiligen, ausgrenzen, bedrohen und ihrer Würde berauben. Die Krise trifft uns alle, aber nicht alle gleich.

Die Pandemie wirft ein grelles Licht auf bestehende Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in unserer eigenen Gesellschaft, aber noch viel mehr global betrachtet. Wer arm ist, auf zu engem Raum wohnt, von prekären Arbeitsverhältnissen lebt, keinen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem hat usw., den trifft die Krise mit ungebremster Wucht. Wo der Klimawandel die Lebensgrundlagen zerstört, Raubbau an der Natur unseren ressourcenintensiven Lebensstil nährt, Regierungen ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, Menschenrechte nicht beachtet werden, dort ist man dem Virus noch viel mehr ausgeliefert. So sehen sich beispielsweise tausende Textilarbeiter*innen im globalen Süden angesichts ausbleibender oder stornierter Bestellungen mit fristlosen Kündigungen oder unbezahltem Zwangsurlaub konfrontiert, ohne staatliche Unterstützung.

Während wir hier über Einschränkungen unserer Grundrechte – sinnvollerweise! – diskutieren, nutzen nicht wenige Machthaber die Pandemie, um Menschen, die sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, für mehr Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte einsetzen, einzuschüchtern, zu verhaften und mundtot zu machen.

Wir beobachten in dieser Krise jedoch auch eine wachsende globale Solidarität, ein bewusstes Hinschauen, wo Menschen besonders betroffen sind. Auch zahlreiche Initiativen in den Arbeitsbereichen des Fairen Handels suchen über alle Grenzen hinweg Mittel und Wege, ihren Partnern im globalen Süden in dieser Krise solidarische Unterstützung zukommen zu lassen. Durch langjährige Zusammenarbeit und persönliche Beziehungen erfahren sie schnell, was gebraucht wird, was zu tun ist, und mobilisieren Unterstützung.

Im aktuellen Krisenmanagement liegt der Fokus auf unserer Situation in Deutschland, Europa und in den Industrieländern. Erst langsam weitet sich der Blick, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Teil der Welt, in dem Menschen prekärer und verwundbarer leben. Die erhöhte Sensibilität für ethische Fragen, Aspekte der Menschenwürde und -rechte, für Ursachen und Auswirkungen von  Ungerechtigkeiten hier bei uns und weltweit müssen wir nutzen, um gemeinsam durch diese Krise globale Solidarität zur neuen Normalität werden lassen.

Um die Produzenten im globalen Süden in der aktuellen Krise noch besser unterstützen zu können und für die Zukunft besser gewappnet zu sein, wendet sich der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB) in einem offenen Brief an Entscheidungsträger*innen in der Politik in Baden-Württemberg mit dem Anliegen, globale Verantwortung noch mehr in den Blick zu nehmen und sie als unverzichtbares Element in unserer Gesellschaft zu verankern.

Den vollständigen Text dieses Briefes der DEAB finden Sie unter dem link

https://www.deab.de/aktuell/detail/offener-brief-an-die-landesregierung-globale-solidaritaet-wege-zu-einer-neuen-normalitaet/