Sind sie schon da?

Diesen Satz hören wir die letzten Tage immer wieder… Nein, leider noch nicht, das Bild zeigt noch unsere leckeren Vitamin C-reichen, unbehandelten Orangen aus Sizilien vom letzten Jahr. Aber voraussichtlich gibt es sie endlich ab 1. Dezember!

Wie wäre es bis dahin mit unseren garantiert fair gehandelten Bio-Bananen von Banafair?

Oder lieber etwas süsses,  schokoladiges ? Unser Schokoladentisch zeigt nur eine kleine Auswahl unseres Angebots. – Reinschauen lohnt sich!

Endlich wieder da! Unsere Strickwaren aus Nepal

Rechtzeitig, bevor es draußen ungemütlich wird, haben wir unsere Regale mit Strickwaren von McRon  bestückt. Ob Kopf oder Hände – beides bleibt mit den Mützen, Stirnbändern, Stulpen und Handschuhe aus reiner neuseeländischen Schurwolle, gefüttert oder ungefüttert, fair gefertigt in Nepal, halten sie uns auch bei niedrigen Temperaturen schön warm.

Kommt bei uns vorbei und entdeckt sie selbst!

Gleiche Chancen durch Fairen Handel – die Faire Woche 2019 Grußwort von Dr. Gerd Müller

Ein gut gefüllter Kleiderschrank, Kaffee, Tee, Kakao nach Belieben, Südfrüchte zu jeder Jahreszeit, jedem ein Smartphone, Tablet und PC – all das und noch viel mehr erscheint uns selbstverständlich.
Doch allzu oft ist dieser Wohlstand mit Armut in Entwicklungsländern erkauft. Denn vieles ist bei uns nur deshalb so billig, weil andere die wahren Kosten dafür tragen. Am Anfang eines jeden Produktes steht ein Mensch – und sehr häufig ist es eine Frau!

Beispiel Textilindustrie: Allein in Bangladesch sind in diesem Sektor rund vier Millionen Menschen beschäftigt, 90 Prozent davon Frauen. Viele unserer Kleidungsstücke werden dort unter Arbeitsbedingungen geschneidert, die wir hierzulande schon längst nicht mehr dulden würden: 14-Stunden-Tage ohne Pausen, keine soziale Absicherung etwa bei Schwangerschaft, kaum gewerkschaftliche Organisation. Auch die Rohstoffe für unseren Kaffee oder unsere Schokolade pflanzen und ernten überwiegend Frauen, oft für einen Hungerlohn.

So bleiben Frauen in einer Spirale der Armut gefangen – und ihre Länder gleich mit. Denn solange die eine Hälfte der Bevölkerung in vielen Ländern keine gleichen Chancen und Rechte hat, werden diese Länder die Entwicklungsziele nicht erreichen können. Bei vollkommener Gleichberechtigung – so hat eine McKinsey-Studie ergeben – könnte die Weltwirtschaft bis 2025 um 12 Billionen US-Dollar wachsen. Es gäbe mehr Gesundheit, mehr Bildung, soziale Entwicklung.

Der Faire Handel ist ein Schlüssel, um die Gleichberechtigung der Geschlechter weltweit voranzubringen. Darum ist es gut, dass bei der diesjährigen 18. „Fairen Woche“ der Schwerpunkt auf Geschlechtergerechtigkeit liegt. Denn die Faire Woche macht mit einer Vielzahl von Veranstaltungen darauf aufmerksam, welchen Beitrag wir hier in Deutschland dazu leisten können.

Wir alle entscheiden mit unseren Kaufentscheidungen mit über das Leben und die Chancen anderer Menschen. Und es ist auch Ihrer hartnäckigen Arbeit zu verdanken, dass dies immer mehr Menschen bewusst wird. Immer mehr Menschen wollen wissen, wie das, was sie kaufen, hergestellt wurde. Sie lassen nicht mehr allein den Preis entscheiden, sondern achten auch auf ökologische und soziale Standards in der Lieferkette. Das schätze ich sehr!

Auch unsere Unternehmen müssen sicherstellen, dass in Lieferketten Menschenrechte eingehalten werden. Viele gehen bereits freiwillig voran. Als Antwort auf die Katastrophe von Rana Plaza etwa initiierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2014 das Bündnis für nachhaltige Textilien. Gestartet mit einer Handvoll Teilnehmenden, deckt es inzwischen rund 50 Prozent des deutschen Textileinzelhandelsmarkts ab. Die Mitglieder des Textilbündnisses setzen sich für soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette ein. Davon profitieren vor allem Frauen. Auch das Forum Nachhaltiger Kakao hat viel erreicht: Von 3 Prozent zertifiziertem Kakao in deutschen Supermärkten im Jahr 2011 auf über 60 Prozent heute.

Am Ende aber müssen alle Unternehmen in Deutschland ihren unternehmerischen Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten nachkommen. Wie weit das Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung trägt, wird bald im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern abgefragt. Wenn wir feststellen, dass Freiwilligkeit nicht ausreicht, werden wir national gesetzlich tätig und uns für eine EU-weite Regelung einsetzen – so haben wir es im Koalitionsvertrag vereinbart. Und immer mehr Unternehmen sind offen dafür. Denn letztlich sollten für alle die gleichen Spielregeln gelten!

Als Entwicklungsministerium fördern wir faire und ökologisch nachhaltige Arbeits- und Produktionsbedingungen in vielen Sektoren und Partnerländern: In der Landwirtschaft zum Beispiel machen Frauen oft den Großteil der Arbeit – aber haben kaum Zugang zu Landrechten, zu Saatgut oder zu Krediten. Auch viele staatliche Programme der Partnerländer richten sich vor allem an Männer. Frauen bleiben so vom Zugang zu Ressourcen, technischen Kenntnissen und Vermarktungs-Möglichkeiten ausgeschlossen. Das BMZ achtet deshalb sehr darauf, dass in den von uns geförderten Schulungen die Frauen zum Zuge kommen. So wurden in West- und Zentralafrika fast eine halbe Million Menschen im Kakaosektor fortgebildet – ein Drittel davon waren Frauen. Sie verdienen nun deutlich mehr und haben dadurch oft auch mehr Entscheidungsfreiheit und Handlungsspielraum für ihr eigenes Leben.

Menschenwürdige Arbeit weltweit durchsetzen – das ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Gemeinsam können wir die Globalisierung gerecht gestalten, insbesondere für die Frauen dieser Welt!

 

 

Ihr
Dr. Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
und Schirmherr der Fairen Woche 2019

Vereinsnachrichten: Neuer Vorstand nimmt seine Arbeit auf

Anlässlich der monatlichen MitarbeiterInnen-Besprechung stellte sich der neu gewählte Vorstand vor und erläuterte die neue Aufgabenverteilung im Vorstandsteam. Durch die Erweiterung von 2 auf 3 Vorstandsmitglieder wird künftig die anfallende Arbeit auf mehr Köpfe verteilt. Wir tragen damit aber auch dem Zuwachs an Aufgaben Rechnung,  z.B. bei der Information über die Intentionen des fairen Handels und auch sein Gegenteil, den sog. freien Handel. In diesen Tagen (13. Bis 27. Sept.) findet bundesweit die alljährliche Faire Woche statt. Sie ist eine Aktionswoche des Fairen Handels, bei der sich Weltläden, Schulen, Kommunen und Kirchengemeinden beteiligen, um das Anliegen des Fairen Handel bekannter zu machen.

Sie steht dieses Jahr unter dem Motto „Geschlechtergerechtigkeit“, also die Frage, was leisten Frauen und Mädchen zu einer nachhaltigen Entwicklung und was tut der Faire Handel, um die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu fördern? Wir im Weltladen Kressbronn beschäftigen uns mit den Unterthema „Frauen in der Textilindustrie“. Der Strategie der globalen Textilindustrie, immer schneller und immer häufiger neue Kollektionen auf den Markt zu werfen („fast fashion“) mit all seinen negativen Auswirkungen stellen wir das Prinzip der Fair Fashion entgegen: Weniger ist mehr. Dafür mehr Qualität, sowie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit in der Lieferkette. Jeder Deutsche und jede Deutsche kauft im Durchschnitt jährlich 60 Stück Textilien – und wirft sie größtenteils kurz danach wieder weg. Die Qualität des Gewebes ist oft so minderwertig, dass nicht einmal Putzlappen daraus gemacht werden können! Wie ein Haufen Textilien mit 60 Teilen oder 14 kg Gewicht aussieht, können Sie sich im Weltladen Kressbronn anschauen.

Armut ist weiblich

Darum ist es gut, dass bei der diesjährigen „Fairen Woche“, die vom 13. bis 27. September stattfindet,  der Schwerpunkt auf Geschlechtergerechtigkeit liegt. Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland. In diesem Jahr dreht sie sich um das Thema Geschlechtergerechtigkeit. Welchen Beitrag leisten Frauen und Mädchen zu einer nachhaltigen Entwicklung und was tut der Faire Handel, um Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu fördern?

„Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren”, heißt es in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN. Doch die Realität sieht anders aus: Weltweit verhindern gesellschaftliche, politische und ökonomische Faktoren, dass sich Frauen und Männer gleichermaßen entfalten können. In den meisten Fällen geht das zu Lasten der Frauen. In Deutschland erhalten sie z.B. für gleiche Tätigkeiten oft deutlich weniger Gehalt als Männer.

In den Ländern des Südens haben Frauen und Mädchen oftmals weniger Zugang zu Bildung und zu Produktionsmitteln wie Land, Saatgut und Krediten. In der Folge verfügen sie über weniger eigenes Einkommen und sind stärker von Armut betroffen als Männer. So produzieren Frauen in der afrikanischen Landwirtschaft über 90% der Grundnahrungsmittel! Zugleich besitzen sie aber nur etwa 1% des Ackerlandes. Sie arbeiten in der Textilindustrie unter unwürdigen und ausbeuterischen Bedingungen, schneidern viele unserer Kleidungsstücke unter Arbeitsbedingungen, die wir hierzulande längst nicht mehr dulden würden.

So bleiben die Frauen in einer Spirale der Armut gefangen – von den rund 700 Mio. Menschen, die weltweit in extremer Armut leben, sind rund 70 % Frauen – und ihre Länder gleich mit.

Gleiche Chancen für Frauen und Männer sind nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit: sie sind eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung und für ein gutes Leben für Familien und Gemeinschaften. Denn während Frauen etwa 90% des Einkommens für Ernährung, Gesundheit und Bildung der Familie verwenden, sind es bei den Männern nur 30%. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schätzt, dass die Zahl der unterernährten Menschen um 200 bis 150 Millionen reduziert werden könnte, wenn die Ungleichheit der Geschlechter im Agrarsektor beseitigt werden könnte. Und bei vollkommener Gleichberechtigung – so hat eine McKinsey-Studie ergeben – könnte die Weltwirtschaft bis 2025 um 12 Billionen US-Dollar wachsen. Es gäbe mehr Gesundheit, mehr Bildung, soziale Entwicklung.

Die Förderung von Strukturen, die es Frauen und Mädchen gleichermaßen ermöglicht, ihre Potenziale zu entfalten, gehört zu den Grundprinzipien des Fairen Handels. Der Faire Handel

fördert den Zugang von Mädchen und Frauen zu Bildung,
verschafft Frauen Zugang zu Ressourcen wie Land, Produktionsmitteln und Einkommen,
bezieht Frauen in Entscheidungsprozesse ein,
thematisiert das Problem der Ungerechtigkeit durch fehlende Gleichberechtigung der Geschlechter in der Öffentlichkeit.

Trotz aller Erfolge bleibt noch viel zu tun. Um zu mehr Chancengleichheit zu kommen, fordert der Faire Handel u.a. die Fixierung auf Geschlechterrollen schon in der Erziehung zu vermeiden, die Anzahl von Frauen in Politik und Unternehmensvorständen zu erhöhen und patriarchale Strukturen aufzubrechen. Der Faire Handel leistet dazu einen wichtigen Beitrag und trägt so auch dazu bei, die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Machen Sie mit!

Quelle: www.faire-woche.de, www.deab.de

Der Stoff aus dem die Träume sind

Der Kleiderschrank ist voll und trotzdem nichts anzuziehen? Wer von uns kennt das nicht! Outfits geraten heute immer schneller aus der Mode, das Mode-Karussell dreht sich immer rasanter: Seit dem Jahr 2000 hat sich die weltweite Textilproduktion mehr als verdoppelt. Gab es früher zwei Kollektionen im Jahr, sind es heute bis zu 24! Bei manchen Modeketten hängt sogar täglich neue Ware am Ständer. Was gut geht, wird sofort nachproduziert, was liegen bleibt, wird umgehend preisreduziert angeboten. Und die Konsumenten greifen zu: Einen Pulli, der nicht mehr als ein Modeheft kostet, kann man sich fast immer leisten. Viele kaufen Klamotten nicht mehr nach Bedarf, sondern aus Zeitvertreib. Die Folge: In deutschen Kleiderschränken stapeln sich heute viermal so viele Hosen, Jacken und Blusen wie 1980.
Die Deutschen sind Weltmeister im Kleider kaufen, nur die Amerikaner shoppen noch mehr. Der deutsche Bekleidungsmarkt ist der wichtigste in Europa. Immer neue Modeketten tauchen in den Innenstädten auf, die mit unglaublich günstigen Preisen die Kunden in ihre Geschäfte locken.
Den wahren Preis dabei zahlen andere! Zum Beispiel die Landarbeiter auf den Baumwollfeldern oder die Näherinnen in Bangladesch. Das bevölkerungsreiche Land hat seine Textilexporte von 2010 bis 2015 um 63 Prozent gesteigert. Rund 5.000 Firmen beschäftigen über vier Millionen Arbeitskräfte, überwiegend Frauen. Die Löhne sind gering, die Arbeitsbedingungen miserabel, 14-Stunden-Tage, kaum Urlaub und oft gefährliche Arbeitsplätze. Immer wieder kommen Arbeiter bei Unglücken ums Leben. Erinnern wir uns an den April 2013 als die neunstöckige Bekleidungsfabrik Rana Plaza einstürzte und 1.100 Menschen unter sich begrub. Überlebende kämpfen heute noch für Entschädigungen. Ganz zu schweigen von den Schäden durch den umweltschädigenden Einsatz der Ressourcen Wasser, Boden und Energie oder belastenden Chemikalien.
Ist Masse wirklich klasse? Muss dauernd etwas Neues her, wenn man hip und angesagt bleiben will? Ist der Kleiderschrank nicht schon voll genug? Und: die meisten Kleidungsstücke werden weder fair noch nachhaltig und umweltschonend hergestellt. Aber lassen sich Mode und Nachhaltigkeit überhaupt vereinen? Wie geht „grünes shoppen“?
Hier ein paar Tipps von „Future Fashion“ – einer jungen Bewegung in Baden Württemberg für einen nachhaltigen Mode- und Textilkonsum. Initiatorin und Trägerin von Future Fashion ist die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) (www.sez.de).
– Eigene Wünsche kritisch hinterfragen: Brauche ich wirklich noch mehr Kleidung?
– „Grüne“ Mode kaufen, auf Qualität und Textillabel achten.
– Second Hand kaufen: In Vintage-Shops, auf Kleiderbasaren oder in Online-Kauf- und Tauschbörsen.
– Aufs Waschetikett schauen: Angaben wie separat waschen, bügel- und knitterfrei weisen auf kritischen Chemikalieneinsatz hin.
– Umweltbewusst waschen: Waschmittel genau dosieren, niedrige Waschtemperatur wählen, auf Trockner und Weichspüler verzichten.
– Gut erhaltene Kleidung an karitative Organisationen geben.
Weniger kann mehr sein – wenn man auf Qualität achtet, nicht jedem Trend hinterherrennt, sondern sich etwas Zeitloses und Nachhaltiges zulegt. Und wer weniger Billigteile kauft, kann auch mehr für ein nachhaltig hergestelltes Einzelstück ausgeben.

Lass Dich fairzaubern…