#StayAtHome … und bleibt solidarisch und fair!

Liebe Kunden,

wir alle können und sollten uns in unserem Alltagshandeln solidarisch zeigen, indem wir uns und andere schützen bzw. unterstützen, wenn Hilfe gebraucht wird. Das gilt sowohl den Menschen in unserer örtlichen Nähe als auch den Kleinbauern und Erzeugern aus dem globalen Süden, die uns u.a. mit Kaffee, Bananen, Schokolade und Produkte aus dem Handwerk sowie Kleidung versorgen, und für die wir uns in unserer täglichen Arbeit mit dem Betrieb des Weltladens und unseren Bildungsaktionen an der Schule einsetzen.

Wir haben uns dazu entschlossen, unser Geschäft ab 19.03.2020  vorübergehend zu schließen, um uns gegenseitig zu schützen.

Wir danken Euch für Euer Verständnis!

Euer Kressbronner Weltladenteam

PS.: Solltet Ihr dringenden Bedarf nach unseren Produkten haben, könnt Ihr Euch unter Tel. 07543/ 5 42 52 bzw. unter weltladen-kressbronn@t-online.de melden und wir finden eine Lösung!

 

 

Trotz guter Zahlen: Eine-Welt-Verein droht Mitte des Jahres das Aus

Bei der Versammlung der Mitarbeiter des Eine-Welt-Verein Kressbronn im Februar sind vom Vorstand um Sylvia Ragas und Hubert Max Schuh gute, aber auch besorgniserregende Dinge berichtet worden. Der Weltladen hat im vergangenen Jahr neue Kunden gewinnen und folgerichtig auch seinen Umsatz leicht gegenüber dem Vorjahr erhöhen können. Trotzdem droht dem Verein das Aus, sollten sich nicht neue Mitarbeiter finden.

Mit der Erneuerung der Beleuchtungsanlage und dem Umbau des Lagers wurden zwei Großinvestitionen gestemmt, heißt es in einer Pressemitteilung. Neue Lieferanten und Produkte wurden ins Sortiment aufgenommen. Der Verein hatte laut Mitteilung erneut eine dreistellige Summe in Projekte gesteckt, unter anderem in zwei Patenschaften für Kinder in Uganda und Peru. Die Bildungs- und Pressearbeit des Vereines zu den globalen Zusammenhängen des fairen und freien Handels habe ein hohes Qualitäts- und Kompetenzniveau erreicht.

Jedoch wird die Personaldecke immer dünner, sogar existenzgefährdend dünn, heißt es. So wird dringend eine Mitarbeiterin für Einkauf und Präsentation des Nicht-Lebensmittel-Sortiments gesucht und zwar im Rahmen eines bezahlten Minijobs. Noch wichtiger – weil für das Fortbestehen des Vereins von entscheidender Bedeutung – ist die Suche nach einer oder besser zwei Personen, die im Vorstand Verantwortung übernehmen. Das aktuelle, dreiköpfige Vorstandsteam wird durch den persönlich motivierten Rücktritt von zwei Vorstandsmitgliedern spätestens zur nächsten Hauptversammlung im Juni 2020 arbeitsunfähig. Laut Satzung des Vereins müsse der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen, ansonsten werde der Verein aufgelöst.

Artikel erschienen in der Schwäbischen Zeitung vom 04.03.2020

Ein Goldschatz in der Schublade 

Wussten Sie, dass…..

  • weltweit jede Sekunde 36 Handys produziert, aber nur 4 Babys geboren werden?
  • es weltweit mehr Handys als Zahnbürsten gibt?
  • der deutsche Verbraucher durchschnittlich alle 18-24 Monate sein Handy wechselt?
  • in einem Handy bis zu 30 verschiedene Metalle stecken, um die es teilweise kriegerische Auseinandersetzungen gibt, unter denen Millionen von Menschen leiden?
  • die Rohstoffe, die in einem Handy stecken aus der ganzen Welt kommen?
  • zum Beispiel das iPhone 6s, das, wenn es mit Wasser gefüllt würde nur knapp 66 Milliliter Flüssigkeit  – das ist weniger als zwei Schnapsgläser voll – fasst, aber trotz dieses kleinen Volumens in ihm 28 verschiedene Metalle aus 19 verschiedenen Ländern verbaut sind:  z.B. Coltan und Tantal aus dem Kongo, Kupfer aus Peru und Chile, Magnesium aus Indien und Brasilien, Wolfram aus Uganda und Ruanda, Lithium aus Argentinien und Australien, Gold aus China, Silber aus Sambia….?
  • in 41 Handys soviel Gold enthalten ist wie in einer Tonne Golderz?
  • nur 47% der Handynutzer schon einmal ein Handy zum Recycling gegeben haben?
  • 100 Millionen ausgemusterte Handys in den Schubladen deutscher Haushalte liegen?
  • ca. 2,4 t Gold in diesen ungenutzten Handys stecken?
  • allein die sechs im Bild gezeigten Rohstoffe einen Wert von 257 Mio. € haben?
  • mit dem Kupferanteil in diesen Schubladen-Handys ein Telefonkabel fast zweimal um die Erde gelegt werden könnte?

Haben auch Sie solche „Gold-Handys“  ungenutzt in Kisten oder Schubläden herumliegen?

Dann denken Sie doch einmal darüber nach, dass es auch in Ihrer Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und unserer Umwelt liegt und die Rückgabe nicht mehr genutzter Geräte eine Notwendigkeit ist.

Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft, die Deutschen Telekom Technik GmbH und auch das Land  Baden Württemberg mit seiner „Nachhaltigkeitsstrategie“ rufen mit landesweiten Kampagnen zu Sammelaktionen von gebrauchten Handys auf. Dabei soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, welche Auswirkungen der weltweite Handyboom hat und das Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen geschärft werden – und für alles, was damit zusammenhängt: Zum Beispiel die Arbeitsbedingungen der Menschen, die die notwendigen Rohstoffe abbauen oder unsere Handys zusammensetzen, oder die Folgen für die Umwelt.

Leeren Sie also ihre Schubladen und bringen Sie ihre Gold-Handys zu den Sammelstellen im Weltladen Kressbronn oder in die katholische Kirche Kressbronn.

Wir brauchen Verstärkung!

Wir suchen für den Bereich

Mode, Schmuck, Kunsthandwerk, Wohnen eine

Mitarbeiterin für Einkauf und Präsentation

im Rahmen eines Minijobs.

Haben Sie Interesse am Fairen Handel und Freude, in einem Team zu arbeiten?

Dann sprechen Sie uns an.

Mail: Weltladen-Kressbronn@t-online.de

Telefon  07543-547178

 

 

In einem Handy steckt die ganze Welt

Dass in einem Handy Rohstoffe und verarbeitete Stoffe aus der ganzen Welt stecken, das durften die Schüler der BZ Parkschule in der vergangenen Woche erfahren.

Im Rahmen des Religionsunterrichtes im Unterrichtsbereich „Welt und Verantwortung“ war Frau Marion Dorner aus dem Bildungsteam des Kressbronner Weltladens in die Schule eingeladen worden, um die jungen Menschen auf die Rohstoffe, aus denen ihre Handys hergestellt werden, hinzuweisen. Spannend und informativ stellte Frau Dorner dar, aus wie vielen Stoffen ein Handy hergestellt wird. Erstaunt waren alle darüber, dass in einem Handy bis zu 30 verschiedene Metalle enthalten sind und auch darüber, wie die wertvollen Rohstoffe, die zur Herstellung gebraucht werden,  abgebaut und verarbeitet werden, und wie viele Menschen dafür arbeiten müssen, teilweise für einen sehr geringen Lohn.

Fast unglaublich fanden die Schülerinnen und Schüler, dass es weltweit mehr Handys als Zahnbürsten gibt und dass täglich ca. 500.000 Handys weltweit hergestellt werden.

Da die Handyproduktion für viele Arbeiter in unterschiedlichen Ländern Knochenarbeit ist, sowie wertvolle Ressourcen verbraucht werden, sollen die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisiert werden, mit ihren Geräten bewusst umzugehen. Die Kressbronner Jugendlichen wurden dazu aufgefordert, alte Handys, die nicht mehr verwendet werden und daheim in der Schublade liegen, zum Recycling bei Sammelstellen, wie z. B. im Kressbronner Weltladen, abzugeben, damit die wichtigen Metalle und Stoffe, die wieder verwendet werden können,ausgebaut und wieder verwendet werden können.

Frau Dorner vom Kressbronner Weltladen sei herzlich gedankt für die wertvollen Informationen, die einen bewussten Umgang mit dem Kauf und dem Besitz von Handys, die im Alltag nicht mehr wegzudenken sind, anregen .

Ulrike Kern, BZ Parkschule

Artikel erschienen am 13.02.2020 in „Die kleine Seepost“,

Foto: Christina Schraff

 

Alles „Fair play“?

Die Klasse 7b der Realschule Kressbronn veranstaltet ein „faires Fußballturnier“ und verkauft „faire Produkte“ des Weltladens.

Wir – die 7b der Realschule Kressbronn – verkaufen dieses Schuljahr jeden Mittwoch in der 2. Pause fair gehandelte Produkte, wie z.B.  Schokoriegel, getrocknete Mangos, Gummibärchen und vieles mehr vom Weltladen Kressbronn. Uns ist es wichtig, Produkte zu verkaufen, die fair produziert und gehandelt werden. Dadurch wird garantiert, dass es gerechter zugeht, Kinderrechte beachtet werden, Kinder in ärmeren Regionen dieser Erde wie wir zur Schule gehen können und gute Lernbedingungen haben. Außerdem wird darauf geachtet, dass es faire Löhne für die Arbeiter gibt und diese unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten können.

Im Rahmen der Thematik „Fairer Handel“ veranstalteten wir am 11. Dezember ein „faires Fußballturnier“ für die Klassen 5 und 6 des Bildungszentrums Parkschule. Es war ein faires Turnier in allen Bereichen. Sowohl die Fußbälle als auch die Produkte, die wir am Kiosk verkauften, waren fair gehandelt. In den Thementagen im November teilten wir uns in Gruppen auf. Es gab Gruppen für die Organisation des Turniers und für die Bewirtung. Bei der Organisation musste geklärt werden, wer die Schiedsrichter sein sollten, mit welchen Regeln gespielt wird, wie der Turnierplan aussieht und wer den fünften und sechsten Klassen Bescheid gibt. In der Verkaufsgruppe haben wir geklärt was für Produkte verkauft werden und zu welchen Preisen.

Gewinner gab es an diesem Tag einige. Zunächst einmal das Siegerteam der Klasse 5b der Realschule, die das Turnier souverän gewinnen konnte. Aber natürlich auch alle Teams, die auf und neben dem Platz ihr Bestes gaben, großen Spaß hatten und fair miteinander umgingen. Darüber hinaus sind die Arbeiter mit ihren Familien, welche die Fußbälle und die verkauften Produkte herstellen, ebenfalls Gewinner, da auch diese fair belohnt werden.

Klasse 7b des BZP Kressbronn

Adventsaktionen – Eindrücke

**Vielen Dank an alle Besucher unseres Nikolaus-Glühwein-Abends!**

Wir hoffen, Ihr habt den Bummel durch unseren Laden und das gesellige Beisammensein bei fairem Glühwein, Apfelpunsch und die Weihnachtsleckereien genauso genossen wie wir. Wir hatten Spaß und werden dieses Fest sicherlich nächstes Jahr wiederholen.

**Vielen Dank auch an alle, die uns auf dem Kressbronner Weihnachtsmarkt besucht und bei unserer Tombola mitgemacht haben!**

**Vielen Dank an unser  gesamtes Weltladen-Team!**

Für eine gute Sache engagieren schweißt zusammen und bringt persönliche Freude.

Des einen Freud ist des anderen Leid

Spielzeug ist ein besonderes Produkt. Wir erinnern uns ein Leben lang an unsere Lieblingspuppe oder an unser Lieblingsstofftier. Mit Spielzeug verbringen wir viel Zeit, vertiefen uns ins Spiel, lernen und erschließen uns die Welt.

Spielzeug ist heute jedoch auch ein Produkt wie jedes andere. Es wird aus den unterschiedlichsten Rohstoffen in Fabriken auf der ganzen Welt hergestellt. Es wird global gehandelt und in Tausenden von Läden verkauft. Das bunte Angebot weckt Bedürfnisse und verleitet zum schnellen Kauf. In den meisten Kinderzimmern gibt es viel zu viel davon. Manches landet schnell wieder auf dem Müll. Und weil wir so viel davon kaufen wollen, soll es billig sein. Doch den wahren Preis zahlen andere.

Nur noch 20 Prozent des Spielzeuges wird in Deutschland produziert, der Rest wird importiert. 80 Prozent der europäischen Spielzeugimporte kommen aus Fernost. In Deutschland stammte zuletzt knapp die Hälfte der Spielzeugeinfuhren aus China. Deshalb stehen vor allem die Spielzeugunternehmen in der Kritik, die in China produzieren lassen. In vielen der dortigen Fabriken – und nicht nur in der Spielzeugbranche – verstoßen die herrschenden Arbeitsbedingungen gegen nationales Recht und internationale Mindeststandards.
Die Christliche Initiative Romero berichtet in einer neuen Studie über verdeckte Ermittlungen der Arbeitsrechtsorganisation „China Labor Watch“ in chinesischen Spielzeugfabriken. Als Fließband-arbeiter*innen getarnt stellten die Ermittler*innen gravierende Arbeitsrechtsverletzungen fest. Für internationale Konzerne wie Disney, Hasbro, Mattel und Lego schieben die Arbeiter*innen dort in der Hochsaison bis zu 126 Überstunden monatlich – nicht immer freiwillig. Arbeitszeiten bis zu 14 Stunden pro Tag, Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, unzureichenden Arbeitsschutz sind oft die Regel. Teilweise werden 10 – 15 Arbeiter*innen zum Schlafen in ein Zimmer gepfercht.
Der „Toys Report 2019“ (www.ci-romero.de/toys-report-2019) nennt die Ursachen für die schlechten Arbeitsbedingungen und fordert die westlichen Unternehmen auf, endlich Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in ihren Produktionsstätten zu übernehmen und wirksam gegen diese Ausbeutung vorzugehen.

Und was können WIR tun?

  • Weniger ist mehr. Auch Spielzeugberge werden irgendwann zu Müllbergen.
  • Material sorgfältig auswählen. Kaufen Sie kein Spielzeug aus weichem Kunststoff, insbesondere nicht aus PVC.
  • Vertrauen Sie Ihrer Nase, machen sie den Riechtest. Was künstlich riecht, gibt auch schädliche chemische Stoffe an die Luft ab.
  • Meiden Sie Billigprodukte. Niedrige Preise gehen oft einher mit minderwertigen Rohstoffen, miserablen Arbeitsbedingungen und fehlenden Qualitätskontrollen.
  • Spielzeug tauschen: gebrauchtes Spielzeug ist nicht nur preisgünstiger, sondern auch umweltfreundlicher.
  • Achten Sie auf fair produziertes und gehandeltes Spielzeug mit den entsprechenden Labels.

 Gedanken zum Nikolaustag

Was hat  Bischof Nikolaus von Myra (geb. um 286 n.Chr.) mit dem Fairem Handel gemein? Er, den wir gemeinhin „Nikolaus“ nennen, würde sich auch heute noch für Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen und sozial Benachteiligten – in Süd und Nord – einsetzen. Das sind genau die Werte, die auch für den Fairen Handel zentral sind.

Zum Beispiel Schokolade: Im Fairen Handel werden den Kakaogenossenschaften in den Anbauländern höhere Preise gezahlt, damit die Kakaobauernfamilien ihre Kinder zur Schule schicken können. Denn immer noch müssen im konventionellen Kakaoanbau viele Kinder – beispielsweise in Westafrika –  in Kakaofeldern schuften, weil ihre Eltern nicht genug verdienen. Bei fair gehandeltem Kakao ist jedoch bekannt, woher die Kakaobohnen kommen und wie sie weiter verarbeitet werden. Im Fairen Handel ist eine transparente Lieferkette auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Vor dem aktuellen Hintergrund, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird – die acht reichsten Personen der Welt besitzen mehr als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – soll der Bischof von Myra uns für  seine Werte von sozialer Gerechtigkeit und Solidarität öffnen.

Krasse soziale Gegensätze gab es auch zu Zeiten des Heiligen Bischof von Myra. Nikolaus selbst entstammte einer privilegierten Familie in Kleinasien. Das machte ihn jedoch nicht blind für die Not um ihn herum. Im Gegenteil: er schützte die Armen vor Ausbeutung.
Der Legende nach kam Nikolaus eines Nachts am Haus einer Familie vorbei, die so mittellos war, dass die drei Töchter als Prostituierte ihr Geld verdienen mussten. Damit die jungen Frauen dieses Tun beenden und heiraten konnten, warf Nikolaus drei Beutel mit Gold durch das Fenster des Hauses.

Soziale Missstände sind also der Hintergrund für unseren heutigen Brauch, Kinder zum Nikolaustag mit Süßem zu beschenken.

Faire Schokolade und das Vorbild des Nikolaus sind zwei Dinge, die uns durch die Adventszeit begleiten sollen.

 

 

Lass Dich fairzaubern…